- Jes, 60.1
«Es ist nicht länger unser Job, die schlafenden Schafe zu wecken. Es ist Zeit, die anderen Löwen zu wecken.» Was geht dir durch den Kopf, wenn du die Aussage hörst?
Ganz bewusst greift dieses Moto biblische Bezüge auf. Gott und sein Sohn Jesus ziehen immer wieder in der Bibel den Vergleich von Schafen und uns Menschen. Zum Beispiel bezeichnet Gott sein Volk als Schafe seiner Weide (Ez 34,31) oder Jesus nennt uns seine Schafe, welche seine Stimme hören und kennen (Joh 10,14). Zum anderen begegnen uns in der Bibel auch Vergleiche, in denen Gott oder sein Sohn Jesus als Löwen bezeichnet werden. Über Jesus ist sicher die berühmte Aussage aus der Offenbarung bekannt, wo er der Löwe von Juda genannt wird. Im Alten Testament ist es der Prophet Amos, welcher Gott mit einem Löwen vergleicht: «Der Löwe brüllt, wer fürchtet sich da nicht? Jahwe, der Herr, spricht, wer wird da nicht zum Propheten?» Wusstest du aber auch, dass Gott sein Volk mit Löwen vergleicht? In Ex 49, 9 beispielsweise spricht Jakob im Namen Gottes einen Segen aus und sagt: «Ein junger Löwe ist Juda.»
Keine Angst, ich werde bestimmt nicht Gott widersprechen, wenn er uns mit Schafen vergleicht. Auch wenn es nicht für jeden als Kompliment erscheint, als Schaf bezeichnet zu werden, so steckt doch so viel Kostbares darin: Wie Schafe auf ihren Hirten angewiesen sind, sind es wir auf Gott. Gott will uns zu den richtigen Orten führen, wo wir – im Bild gesprochen – genügen Wasser finden, ernährt werden und Schutz finden. Wir werden unserem Herrn gegenüber immer in dem Sinn abhängig sein und das ist gut so!
Es gibt aber auch eine weitere Dimension unserer Identität, und zwar jene, dass wir an der Seite unseres grossen Bruders Jesus das Reich mitaufbauen und darin mitregieren sollen (vgl. Lk 15,31 oder Offb 3,21 oder Gal 4,7). Wir sind als Abbild Gottes erschaffen und durch die Erlösung in Jesus zu Kindern Gottes geworden. Es ist also ebenso korrekt zu sagen, dass wir auch wie Löwen sind bzw. sein sollten.
Ein Löwe oder eine Löwin zeichnet sich durch verschiedene Eigenschaften aus. Drei möchte ich hervorheben, von denen ich denke, sie dürfen auch bei uns Christen zu finden sein: Sie verteidigen rückhaltlos ihr Territorium und ihr Rudel. Auch erobern sie neue Gebiete. Und sie jagen.
Territorium und Rudel verteidigen: Jesus hat uns sein Reich hier auf Erden mit anvertraut. Dort, wo wird als Christen leben, dürfen wir auch mutig in Gebet und Glaubenstaten dafür einstehen, dass an Jesus geglaubt und nach seinem Wort gelebt wird. Auch sollten wir sehr achtsam mit unseren (leiblichen und geistigen) Kinder umgehen, damit ihr Glaube sich festigen und wachsen kann.
Neue Gebiete erobern: In unserer Gesellschaft ist der Glaube zusehends eine Privatsache geworden. Auch wir Christen haben uns oft auf unsere Glaubensgenossen (Kirchgemeinde, Kleingruppe, Bewegung, Konfession...) zurückgezogen und bleiben innerhalb unserer Kreise. Jesus hat uns aber aufgetragen: Geht nun hin und macht alle Nationen zu Jüngern, und tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes, und lehrt sie alles zu bewahren, was ich euch geboten habe! Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis zur Vollendung des Zeitalters (Mt 28, 19-20).» Dies ist nicht nur eine Aufforderung für geistliche Leiter. Jede und jeder Christ hat die Aufgabe von Jesus bekommen, das volle Evangelium weiterzutragen und sein Reich auszuweiten.
Das Jagen: Löwen jagen, wenn sie hungrig sind. Sind wir Christen auch hungrig? Nicht nach der nächsten Mahlzeit, sondern nach dem, was gemäss Bibel für uns offensteht? Jesus sagte den ungeheuerlichen Satz: «Amen, amen, ich sage euch: Wer an mich glaubt, wird die Werke, die ich vollbringe, auch vollbringen und er wird noch grössere als diese vollbringen, denn ich gehe zum Vater (Joh 14,12).» Jesus heilte Kranke, trieb böse Geister aus, weckte Tote auf... Da gibt es auch für uns mehr, als wir denken!
Ebenso zum Jagen als Christ gehört, unserem Gott nachzujagen. Wir leben aus jedem Wort aus seinem Mund (Jes 55, 11 / Mt 4,4). Aber jagen wir seiner Stimme täglich nach? Gott hat zugesagt, dass er sich finden lässt, wenn wir sein Angesicht mit ganzem Herzen suchen (Ps 27,8 / Jer 29,13). Wir brauchen die Begegnung mit IHM. In seiner Gegenwart finden wir Leben und Kraft, werden geprägt und verändert.
Lassen wir in dem Sinne den schlummernden Löwen/die schlummernde Löwin in uns wecken. Und wecken wir auch die anderen Löwen auf, damit der Wille des himmlischen Vaters geschehe, wie im Himmel, so im Wallis.
Für das Leitungsteam
Benedikt Burtscher
»Herr Jesus Christus, ich glaube aus tiefstem Herzen, dass Du der menschgewordene Sohn Gottes bist. Ich nehme Dich an als meinen Herrn, meinen Erlöser und meinen Gott. Ich bitte Dich um Verzeihung meiner Sünden. Ich glaube ganz fest an Dein Versprechen, mir den Heiligen Geist vom Vater her zu senden. Taufe mich mit dem Heiligen Geist. Tauche mich ein in diesen Ozean des Feuers und der Liebe, und hilf mir, die Gaben und Charismen anzunehmen, um mit Dir die Werke des Vaters in der Kirche und in der Welt zu vollbringen. Danke Jesus, dass Du mir dies gewährst. Dein Wort ist Wahrheit und du schenkst mir einen festen Glauben, der auf dem Felsen steht. Ehre sei Deinem Vater und Ehre sei Deinem Namen, Herr Jesus, in Ewigkeit. Amen. Halleluja!«
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